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Wunderkammer Glattpark: Was wir aus dem Scheitern einer Zwischennutzung lernen können

Eventbericht zum Themenabend in der Wunderkammer Glattpark am Donnerstag 3. Juli 2025

Wunderkammer Glattpark – Learnings aus dem Scheitern einer Zwischennutzung

Vesna Tomse gab am Donnerstag, 3. Juli 2025 in einer Arealführung sowie einem Referat spannende Einblicke in die wechselhafte Geschichte der «Wunderkammer» – einem niederschwelligen Kultur- und Eventraum auf einer Brache im Glattpark, welcher seinen Betrieb mittlerweile weitgehend eingestellt hat. Aus der wechselhaften und komplexen Geschichte der Wunderkammer lässt sich aus Placemaking-Sicht einiges lernen:

> Herausforderung 1: Die Eigentümerschaft braucht eine klare Vision
Erst wenn eine klare Entwicklungsvision der Eigentümerschaft oder der Standortgemeinde besteht, macht es Sinn, passende Zwischennutzungen anzusiedeln. Dann sind sie ein grossartiges Mittel, um Orte zu aktivieren oder als prototypische Pioniernutzungen zu testen, was an einem Ort funktioniert und langfristig weitergeführt werden kann.

Beim Glattpark schien eine solche Vision zu fehlen, die Zwischennutzungen auf dem Areal der Wunderkammer wurden eher als «Füller» gesehen und dementsprechend waren Nutzungskonflikte und Missverständnisse mit anderen Anspruchsgruppen vorprogrammiert.

> Herausforderung 2: Fehlende Vermittlungsperson zwischen Local Heroes und Behörden/Eigentümern
Die Wunderkammer ist eine Initiative von «Local Heroes» und scheiterte mehrfach an Koordinationsproblemen mit den offiziellen Stellen der Verwaltung und der Grundeigentümerschaft. Möglicherweise wäre die Geschichte anders verlaufen, wenn die Grundeigentümer oder die Standortgemeinde eine:n Placemaker:in zur Begleitung und zur Vermittlung mit den lokalen bottom-up-Akteuren eingesetzt hätten. Professionelles Placemaking (in diesem Sinne) ist in der Schweiz allerdings bisher noch nicht als Berufsprofil etabliert, obwohl dies gerade für die Innenentwicklung sehr hilfreich sein könnte – denn hier ist mehr denn je der Beziehungsaufbau und die Vertrauensbildung zwischen heterogenen Akteursgruppen gefragt.